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Jahrgangs-Chronik

Zu unserer Geschichte., zu den Wein-Raritäten - 25 Jahrgänge in unserer Schatzkammer

2018er.
Sonne satt und Sommer ohne Ende

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Sonnenjahr 2018:
bis 1.9. +1,5 Grad als im Mittel
+360 Sonnenstunden
aber: -150l Regen, leider!

Ein toller Frühling und auch ein Bilderbuchsommer für unsere Urlauber hier an der engsten Moselschleife. Auch für die Trauben ist dies natürlich sehr positiv. Alleine der Regen fehlt - man sieht es an kahlen Böden, der gelben Vegetation und als Winzer sieht man, auch die Reben brauchen Wasser. Und ohne Wasser geht auch die Reife nicht voran. Fast alle Weinberge haben aber die Trockenheit überraschend gut überstanden. Die Weinrebe ist als südliche Pflanze Trockenheit gewöhnt und die alten Reben durchwurzeln teils bis zu 10-12 Meter tief unsere kargen Schieferböden. Dort fanden sie auch im extrem trockenen Sommer Wasser, und ohne Wasser auch keinen Wein.

Dank Handlese war es kein Problem, die durch Trockenheit unreif gebliebene Trauben auszusortieren. Deswegen hier ein Dankeschön an unser Gutes Hand-Ernte-Team 2018! Wir freuen uns also auf herausragend farbkräftige weiche und volle Rotweine und sehr weiche Weißweine mit Fülle und sehr wenig Säure.

Nicht nur 2018: Toskanischer Sommer bei uns -> toskanische Rotweine

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Handarbeit: Steillagen-Kraxelei für Charakter-Weine

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Wie ein Spiegel und Wärmespeicher wirken im Sommer die dicken Schiefermauern. Dort und auf Schieferboden ist es viel wärmer als sonst wo. Dadurch sind unsere Steillagen Heimat für vielen seltene mediterrane Pflanzen (Mauer-pfeffer etc.) und wärmeliebenden Tieren (Apollofalter, seltene Echsen). Seit Jahrhunderten kommen so von diesen Terrassenlagen herausragende Weine.

Die Arbeit von Generationen steckt in den meterhohen Mauern, und auch heute stecken wir viel Handarbeit in die Pflege der steilen Weinberge. Handwerk, Mühe und Einsatz, die uns Spaß machen, da dort die besten Weine wachsen. Erleben und genießen auch Sie den Charakter unserer Steillagen. Schmeckbare Qualität durch Handarbeit direkt ab Weingut und direkt ab Amlinger.


2017er.
Dank kleinster Erntemenge durch Frost ist der 2017er sehr gut

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"Unsere Werkstatt hat kein Dach" - wie es ein Kollege gut beschrieb.

 Ja, kein Dach, leider suchte uns ein Spätfrost im April mit -4°C heim - tödlich für den Obstbau, und äußerst schlecht für die Menge der Weintrauben. Viele Triebe erfroren. So gab es wenige, dafür gut ausgereifte Trauben, mit wenig Ausbeute da die Beeren sehr klein waren. 

Wir ernteten perfekte ausgereifte Trauben, leider zuwenige und eher kleine. Auch gab es beim Auspressen zuwenig Ausbeute wegen zu schneller Reife.

Heisst: Minimale Menge, 45% weniger als normal! Aber: je weniger, desto besser. Also: Maximale Qualität!

Auch war der Jahrgang der früheste seit 250 Jahren, wenn nicht seit 1540! Wir waren noch nie am 6.9. bei der Lese und noch nie am 15.10. fertig. So früh wie nie begann die Lese. 3 Wochen früher als normal! 

Die Weichen waren bereits im April gestellt. Alea iacta est - Frühester Austrieb, dann Spätfrost im April. Der Frost im April ist an sich nicht so ungewöhnlich, alle 10 Jahre friert es so. Aber die Reben waren schon weit in der Entwicklung und deswegen waren die Schäden groß. Kleine Menge, -40% und mehr, bei gleichem Aufwand. Entschädigung sind die kraftvoll dicht schmeckenden Moste. War die Menge schon klein, das hat uns nicht abgehalten, alles zu geben: Handlese auch 80% der Weinberge, um beste Weine zu machen. Plackerei in Steillagen, denn dort wachsen die süßesten Früchte, die besten Trauben.

2016er.
Wenig, aber gut. Wechselbad der Gefühle! 
Unglaublich, wie der Weinjahrgang dank Spätsommer die Kurve gekriegt hat.

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2016 ging unschön los - ein Spätfrost im Mai hat uns die Mengen des Weißburgunders und des Dornfelders dezimiert. Es folgte schwülfeuchtes Wetter. Ideal für Pilzkrankheiten, der „falsche Mehltau“ hat die Reben arg gebeutelt. Dann kam der heiße und trockene Spätsommer. Einfach nur toll - den haben wir gebraucht, der brachte die Wende und den Trauben die Reife!

Sehr trocken war es. Aber heute verstehen wir die Rebe und den Prozess der Reife besser als früher. So konnten wir auch bei dem wechselhaften Wetter gut auf die Reben eingehen: mit Arbeiten an der Rebe (Entblättern, Wegschneiden von Trauben, Vorlese), richtigem Einsatz zur richtigen Zeit und gesunden, naturbegrünten Böden. Dank neuer Manpower und vollem Einsatz haben wir Trauben so schön wie seit Jahren nicht. Nur leider wenige davon...

Also 2016: wenig, reif und gut.

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Wenig wegen der Natur, reif dank Septembersonne, gut dank unserer Passion und Leidenschaft. Dieses Jahr machte der Einsatz des Winzers den Unterschied. Etliche Stunden verbrachten wir und unsere tolle Mannschaft in den Steillagen, Handarbeit und Handwerk pur. Leidenschaft für gute Weine und für die Landschaft treibt uns an. Generationen Erfahrung bildet die Basis.

Dank moderner Technik, schneller Lese und vor allem dem Fleiß präsentieren sich die Roten dank außerordentlich süßer reifer Trauben fruchtig bei weichen Gerbstoffen. Auch die Weißen zaubern mit prägnanten, frischen Aromen ein Lächeln auf unser Gesicht. Ja, die Mühe hat sich gelohnt. Wie auch 2015 wird es 2016 auch viele schöne Weine geben!

Der Jahrgang 2016: De Arbeit hat sich gelohnt.

Wir sind zufrieden - wenig Menge, aber tolle Qualitäten und sehr gesunde Trauben. Mit den Rieslingtrauben - goldgelb, hochreif, richtig tolles Aroma - ging die Lese heute zu Ende. Danke an dieser Stelle von der ganzen Familie Amlinger an unser wie immer fleißiges, zuverlässiges und motiviertes Leseteam! Es hat Spaß gemacht mit Euch und dank Euch warten auch im nächsten Jahr wieder viele tolle Weine auf unsere Kunden.

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Wir feiern: 2 Mal Eiswein in einem Jahr!

Eisweinlese, die zweite dieses Jahr! Im Januar hat es geklappt, und jetzt sehr früh am 30.11. um 6:30, bei knapp -9°C und 130 Grad Oechsle!

 Mit 9 Freunden waren 1 1/2 Bütten um 8 Uhr schnell gefüllt. Zum ersten Mal haben wir in einem Jahr 2x Eiswein gelesen: am 19.1. und am 30.11.2016!

Sehr selten ist es bereits im November so kalt, und deswegen erwarten wir einen außergewöhnlich guten und fruchtigen Eiswein mit sehr weicher Säure. Um 8 war die Lese beendet und neben der verdienten Brotzeit gab es auch den Schwarzriesling zur Feier des Tages.

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2015er.
Früher Austrieb, lange Reife, viel Handarbeit im feuchten Herbst

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Teamwork: Menschen, Sonne und auch kühle Nächte für beste Weine

Um den Weinjahrgang 2015 zu verstehen, müssen Sie sich bis in den Januar zurück versetzen. Im Winter gab es genügend Regen, so dass die wasserspeichernden Schieferböden bestens mit Wasser gefüllt waren. So konnte die Entwicklung der Reben zügig starten. Der Austrieb war zwar nicht außergewöhnlich früh. Aber dank tollem, trockenen und heißem Juli waren die Grundlagen für einen guten Jahrgang gelegt. Wichtiger aber als Hitze pur ist stabiles und eher kühleres Wetter im Spätsommer und ein trockener Herbst. Haben wir im August und September ein stabiles eher kühleres Wetter, dann wachsen große Weine. Regnet es in dieser Zeit häufig und ist gar noch warm dabei, dann droht eine problematische Lese.

Hier hat es dieses Jahr gepasst, nur für den Riesling war der Regen Ende September je nach Weinberg etwas viel, so dass wir auf penible Handlese umsteigen mussten. Dafür ist der goldene Oktober 2015 ideal: Während in den meisten Weinbauregionen der Welt die Lese längst beendet ist, ernten wir erst jetzt die besten Rieslinge bei perfektem Aroma-Wetter: Dank kühler Nächte und sonniger Tage beeindrucken die intensiven Aromen der Trauben bei den kerngesunden und reifen Burgundern, Chardonnay und Riesling.

Denn die bei uns vor der Lese kühle Witterung verzögert die Zuckerbildung in den Trauben. So können sich mehr und mehr herrlichste Aromen reifer exotischer Früchte in den Trauben sammeln. Und dank geringer Alkoholgehalte bleibt der „Trinkfluss“ und die Eleganz erhalten. Bereits jetzt rechnen wir mit sehr aromatischen Weinen, die den Liebhabern auf Jahre hinaus größten Genuss bereiten werden.

Die Weißweine begeistern mit sehr niedrigen Säurewerten. Geradezu überrascht sind wir von der schnellen Entwicklung der Rotweine. Sie sind bereits jetzt sehr reif, rund und vollmundig. Ein erstes Fazit: Weiche aber trotzdem erfrischende Weißweine, füllige Rotweine mit toller Frucht!

Man merkt: die warmen Jahre spielen uns, den Winzern im Norden, in die Karten. Jedes Jahr ist anders, und das ist auch gut so. Aber wir merken bei der täglichen Arbeit: Die Reben treiben immer zeitiger aus und die Blüte beginnt bis zu 15 Tage früher als im Jahrhundertschnitt. In einem Jahr wie 2015 setzte sich dieser Beschleunigungseffekt bis zum Start der Lese fort. Noch in den 1950er Jahren wurde selten vor Mitte Oktober mit der Rieslingernte begonnen. 2015 lag der Lesebeginn beim Riesling bei uns um den 22. September, mancherorts sogar noch früher. Im Gegensatz zu vielen südlichen Weinbaugebieten (Italien, Spanien, Frankreich, Übersee) scheint der Klimawandel uns hier in vielen Jahren zu nützen.

2014er.
Wechselhaftes Wetter, feuchter Herbst, 25% haben wir aussortiert

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Wegen wechselhaftem Wetter macht dieses Jahr der Einsatz des Winzers den Unterschied.

Heute versteht man die Rebe und den Prozess der Reife besser als früher. So konnten wir auch trotz wechselhaftem Wetter gut auf die Reben eingehen: mit Arbeiten an der Rebe (Entblättern, Wegschneiden von Trauben, Vorlese) und Boden. Und da, wo nach zu nassem August und feucht-warmen Oktober die Trauben trotzdem faulten, wurde bei der Lese halt rigoros aussortiert. Wir haben dieses Jahr freiwillig auf 25% der Ernte verzichtet!

Jede Traube wurde einzeln angefasst und umgedreht, grünfaule und unreife Trauben wurden weggeworfen. Dass alles für die Qualität in Ihrem Glas. Und die Mühe hat sich gelohnt: Dank moderner Technik, schneller Lese und vor allem dem Fleiß der Erntehelfer präsentieren sich daher die Moste und ersten jungen Weine sehr klar und fruchtbetont.

Im Mia haben wir etwas vollbracht, 95.000 Flaschen des 2014ers liegen jetzt in unserem Keller. Noch warten natürlich die Lagenrieslinge aus Großen Lagen, der Chardonnay "Sur Lie" Barrique und natürlich die besten Rotweine auf Ihre Füllung.

Aber auch diese sind probiert und wir können ein Fazit zum 14er ziehen. Es war ein anspruchsvolles Jahr für den Winzer und für unsere 
Mitarbeiter und Helfer. Nur harte Handarbeit, dabei Ausdauer, Passion und Einsatz führten zu den Weinen, wie wir Sie Ihnen jetzt präsentieren können. Der Herbst war zu feucht, die neue und böse Kirschessigfliege schlug zu, aber ehrlich: es ist kein schlechter Wein bei uns unter den 14ern.

Vielmehr erwarten Sie spannende Weine, wie wir über dem 13er einschätzen. Sie vereinen die Frische und Lebendigkeit und das "Rückgrat" des 13ers mit der Reife des 12ers. Dies dank des überaus sonnigen und guten Frühlings und Frühsommers. Und dazu ist der 14er oft genauso jung zugänglich wie der 11er. 

Weinjahrgang 2014: es hat gepasst, dank...

  • frühem Austrieb für reife Aromen: Es war eines der frühesten Jahre überhaupt, fast kein Winter und sehr frühe Weinblüte. Auch den gesamten Juli war das Wetter perfekt für einen optimalen Reifeverlauf.
  • nicht zu heißem August: Dieser sorgte trotz reifer Frucht für leichten Alkohol und Weine mit Trinkfluss
  • aufwendigster Handarbeit bei der Lese und richtigen Entscheidungen im Keller: dass für Klarheit und saubere Frucht. Im Herbst war es zu feucht und zu warm. Deswegen haben wir über 90% der Weinberge per Hand geerntet und jede Traube umgedreht. Und wenn eine Traube nicht unseren Qualitätsansprüchen entsprach, blieb sie im Weinberg. Bis zu der Hälfte der Trauben wurden aussortiert - um Ihnen gewohnt gute Weine liefern zu können. Dafür Danke an unsere fleißigen Erntehelfer!

Gerade dieses Jahr wird es in der Weinwelt große Unterschiede bei der Qualität geben. Sicher können Sie nicht blind überall jeden 2014er kaufen. Man brauchte Erfahrung, Ehrgeiz und Einsatz - fehlte eins, stimmen die Weine nicht. Bei uns war alles da: Wenn Amlinger&Sohn draufsteht, ist ein guter Wein drin. 

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2013er.
Wechselbad von Regen zu Frucht. Überraschend gute Weine

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Dank langem Winter begannen wir das Jahr mit drei Wochen Reiferückstand. Dank aber gutem Sommer mit genügend Wasser hatte sich dieser Rückstand zwischenzeitlich auf circa fünf Tage verflüchtigt. Und wegen des Rückstandes legen wir uns besonders ins Zeug. Denn Schweiß und qualitätssteigernde Arbeit kann durchaus einen Regentag ausgleichen.

Mit den frühen Sorten wie Bacchus, Müller-Thurgau und Dornfelder sind wir zufrieden, überrascht sind wir von der guten und sauberen Aromatik. Leider fehlt bei Spätburgunder und Riesling die Menge - ein extrem mengenkleines Weinjahr. 

Geduld ist eine der Tugenden, die man als Winzer lernen muss. 

Aber der Moselaner ist ein eher ruhiger Mensch. So wie auch die Mosel ein eher ruhiger Fluss ist. Nun hat zwar der Kaiser Wilhelm etwas Schnelligkeit durch die Eisenbahn ins Tal gebracht. Und auch die eher bedächtige Fähre, „Pond“ genannt, wurde durch die bequeme Brücke ersetzt. Aber da, wo es dem Moselaner am besten gefällt, im Weinberg und noch mehr im Weinkeller, da geht alles noch so mit Ruhe zu wie zu Großelterns Zeiten.

Auch der neue Wein genoss die Ruhe im Fass und auf dem Hefelager, bis die Ersten des neuen Jahrganges jetzt - doch etwas unsanft - geweckt und in Flaschen gefüllt wurden.

Bei den 2013ern sind wir nach dieser Reife ein wenig überrascht. Der Herbst war sehr nass, wir mussten schnell ernten, und der Zuckergehalt der Beeren war eher niedrig. Auch die Menge war klein. Aber genau deswegen und auch wegen unserm schnellen und richtigen Weinausbau machen die 13er Spaß mit Leichtigkeit, Frucht und doch Gehalt. Gerade dieses Jahr haben wir auf weiche und reife Säurewerte geachtet, beispielsweise durch den gezielten Einsatz der „zweiten Gärung“, des biologischen Säureabbaus auch bei Weißweinen. Dabei wird durch fleißige Bakterien die doppelt saure Äpfelsäure zur einfach sauren Milchsäure umgewandelt - der Wein wird weicher, fülliger. Also auch dieses Jahr erwarten Sie fruchtvolle, säurearme Weine von den Amlinger´s, direkt ab Weingut.

Einzelne Weine scheinen sogar ihre Vorgänger aus dem hervorragenden Jahrgang 2012 noch übertreffen zu wollen. Hier seien die fruchtvolle Bacchus und der Blanc de Noir genannt. 

2012er.
Lange Reife, lange gewartet, viel sortiert, daher wenig und gut

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Der neue 2012er: Frisch, Fruchtvoll, säurearm und weich.

Während in unserem modernen Keller die letzten Nachzügler noch gären und im Hintergrund geräuschvoll gluckern, kann man hier am Fass den ersten wirklichen Eindruck des neuen Jahrgangs erschmecken. Es zählt zu den anstrengendsten Arbeiten des Winzers, alle Weine - im Moment ca. 130 Fässer bei uns - durchprobieren zu müssen ;-).

Wie immer gilt: ohne Fleiß kein Preis.  Wer wie wir äußerst penibel die Trauben sortierte, wer wartete, bis die Trauben richtig reif waren, und wer den Wein richtig und auf den Punkt ausbaute, konnte sehr gute Weine erzeugen.

Die Weißweine haben jugendliche, erfrischende, oft an Äpfel und Zitrus erinnernde lebendige Fruchtaromen und machen jetzt, im Frühling und Sommer, schon richtig Spaß.

Und auch die Roten wie Spätburgunder und Regent können dank Anstrengung bei Lese und durch Ausbau „auf den Punkt" - auf das Grad Celsius genau - überzeugen. Intensive Frucht, warme Aromen, sehr weiche Rotweine.

Leider ist die Menge eher wenig, so dass sich der frühe Kauf und das Bevorraten lohnt. Wir wissen nicht, ob alle Weine bis Weihnachten reichen. 

2011er.
Frühe Ernte, viele und gesunde Trauben, weiche und früh reife Weine

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Weinlese 2011: So früh wie nie

Leider viel der Kurzurlaub vor der Lese ins Wasser - dank sommerheißem Frühjahr begann die Ernte 7 Tage früher als im letzten Jahr und bestimmt 14 Tage früher als im langjährigen Schnitt. Am 12.9. ernteten wir den Frühburgunder - vollreif bei über 90° Oe und reifer, nicht zu niedriger Säure.

Das im Moment perfekte Wetter - nacht kalt, trocken und tagsüber spätsommerlich warm - erlaubt es uns, im Moment entspannt abzuwarten. Wenn das Wetter so bleibt, erwarten wir einen qualitativ und quantitativ überdurchschnittlichen Jahrgang, der sich durch geringe Säurewerte auszeichnet.

1811-1911-2011. Eine glanzvolle Reihe?

Der 11er ist passend, um einmal ein-zwei Jahrhunderte zurück zu gehen.

Der 1811er - von Goethe besungen, vom Kometen besucht; so zum legendären Kometenwein geadelt und »in Gold aufgewogen« - wuchs bei unvergleichlichen Bedingungen. So heiß war es bereits im März, dass Reben Ende Mai blühten (ähnlich 2011); so heiß im Sommer, das die Trauben Sonnenbrand bekamen; so heiß im September, dass »die Leser Schuhe, Strümpfe und andere Kleidungsstücke ablegten.« (ähnlich im Septembersommer 2011). Ein schwerer, süßer Wein, der wohl Beste des 19. Jahrhunderts - noch 1999 mit höchstem Genuß getrunken.

Auch ab 1910 besuchte ein Komet, jetzt der alle 76 Jahre wiederkehrende Halleysche, die Sonne und die Erde. Und wie ein Jahrhundert vorher war der 1911er ein Glanzjahr, zudem zur Blütezeit der Mosel. Speziell aus dem 1911er wurden die besten Fuderfässer für 11.500 Goldmark - heute ca. 250.000 Euro! - versteigert. Das entspricht 250,- Euro pro Liter - lose im Fass. Die besten Weingüter der Mosel konnten in diesem großen Jahr von 1% der Ernte alle Kosten bestreiten.

Reiht sich der 2011er ein? Wie 1811 ein extrem früher Austrieb dank Sommer im Frühjahr, außergewöhnliche drei Wochen Reifevorsprung zur Blüte, dann (gut fürs Aroma) ein nicht zu heißer Sommer und letztendlich fantastisches Herbstwetter: Sommer pur bei knapp 30°C Anfang Oktober.

Gerade die Burgunder und Rieslinge konnten profitieren. Bereits am 25.9. ernteten wir die erste Beerenauslese, und auch die Spätburgunder waren außergewöhnlich reif mit höchsten Öechslegraden. Kein Kometenbesuch zwar, aber Zeug zum guten, vielleicht großen Jahr.

Der 2011er: sehr säurearm, fruchtbetont und er schmeckt schon früh

Bei uns ein grandioser Jahrgang - dank heißtrockenem Herbst.

Trotz mittlerem Sommer; aber wegen dem sagenhaft zeitigem Frühling und wegen dem perfekten Herbst erwartet Sie bei uns im Weingut Amlinger&Sohn ein großer Jahrgang 2011. Im August, September und Oktober fiel kein Regen. Perfekt! So konnten wir ohne Hektik zur optimalen Reife ernten.

Ergebnis: gute Aromen und weiche Weinsäure.

Auch hatten wir Zeit genug, um noch etliche Auslesen und Beerenauslesen im Weinberg zu erreichen. Reine Handarbeit - durch aufwendige Selektion teils nur der besten einzelnen Beeren. Freuen Sie sich auf Rieslinge für die Ewigkeit, bei der neuen Auslese Goldkapsel denken wir, dass sie wie heute der 76er, der 53er, der 21er und sogar der 1911er noch unseren Enkeln schmecken wird.

Unsere 2011er

2010er.
Ein Jahr mit Höhen und Tiefen

Spät begann der Austrieb nach langem Winter. Doch dank trocken-heißem Juli und genügend Wasservorräten in den Fugen und Spalten des Schiefergesteins befanden wir uns Anfang August auf exakt dem Niveau wie im reifen Jahr 2009!

Viel Regen folgte leider im August - 117 Liter bei uns, teils 350(!) Liter weiter im Süden. Wir reagierten mit Laubarbeiten, mit Entfernen von Blättern und überzähligen Trieben.

Viel Handarbeit im Weinberg, bei der Lese, im Keller - für Qualität

Der Goldene Oktober mit zehn Tagen Sonne pur kam spät - aber die dann noch reifenden Rieslinge und Burgunder konnten profitieren. Wir mussten uns an-strengen und schnell sein, um den optimalen Zeitpunkt zu nutzen und selektiv zu lesen. Es galt, penibel edelfaule, gesunde und grünfaule Trauben zu trennen.

Mehr noch als in guten Jahren kommt dieses Jahr der Vorteil der modernsten und schonenden Technik bei uns zum Tragen. Zwei Generationen Erfahrung, neues Wissen; Mensch und Technik sorgen für Qualität.
So können wir früh die ersten Moste probieren. Die Riesling-Moste aus kleinster Ernte schmecken recht dicht und konzentriert; und auch die Roten wie Spätburgunder und Regent können dank Anstrengung bei Lese und durch Ausbau „auf den Punkt“ - auf das Grad Celsius genau - überzeugen. Intensive Frucht, dichte Struktur, nicht ganz so farbstark wie 2009.

Der 2010er

Manchmal überrascht der Jahrgang den Winzer.

Nach "verzettelter" Blüte, nach feuchtem Herbst war der 2010er die kleinste Ernte in Deutschland und auch bei uns seit über 30 Jahren.

Grundsätzlich gilt beim Wein immer: je geringer der Ertrag, desto gehaltvoller der Wein.

Aber kaum ein Winzer hätte im Herbst gedacht, dass dies für den ganzen Jahrgang gilt. Denn wer wie wir äußerst penibel die Trauben sortierte, den Wein richtig und auf den Punkt ausbaute, konnte  sehr gute Weine erzeugen.

Die Weißweine aus kleinster Ernte schmecken dicht und konzentriert. Überrascht sind wir gar von der klaren Frucht, der Eleganz und Prägnanz! Die Konzentration drückte sich schon in extremen Süße- und Extraktwerten der Trauben aus. Und auch die Roten wie Spätburgunder und Regent können dank Anstrengung bei Lese und durch Ausbau „auf den Punkt“ - auf das Grad Celsius genau - überzeugen. Intensive Frucht, dichte Struktur, nicht ganz so farbstark wie 2009.

Gerade im direkten Vergleich machen im Jahr 2012, nach der richtigen Reife, die 2010er oft Mindestems ebensolchen Spaß wie die frischen 2011er. Dank sehr geringer erntemenge schmecken sie sehr dicht und mit schönen, erfrischenden Fruchtaromen. Die letzten Weine des knappen, aber guten Jahrganges 2010 machen jetzt im richtigen Alter besonderen Spaß. Denn Extraktwete stimmen, die aromatische Reife war ebenso da wie die Grad Oechsle (die Süße der Trauben), und die Weine schmecken gerade im Moment fantastisch - dicht, lebendig und mit gut eingebundener, weicher Säure.

Lebendigkeit, Feinheit, Frische und Nachhaltigkeit zeichnen den aktuellen Weinjahrgang seit Anfang aus. Und jetzt, nach der richtigen Reife, hat die Frucht noch zugenommen. Bei unseren Rieslingen erwarten Sie ausdrucksvolle Aromen von gelbem Pfirsich, Apfel und Steinobst; die Weine wurden fülliger und weicher - im Moment Trinkspaß pur, es beginnt der Genusshöhepunkt.

Dank geringster Erntemenge seit 26(!) Jahren war 2010 der Extrakt der Beeren extrem hoch. Dass heißt, es war wenig Wasser, aber dafür kaum übertroffen viel Aromen, Gehalt und Süße in den Beeren. Deswegen entwickeln sich auch die Rotweine sehr gut: die Burgunder strahlen am Gaumen bereits eine wunderschöne Wärme aus. Sie sind weich und vollmundig und bewahren trotzdem noch Fruchtspiel und kühle, belebende Aromatik, wie die schöne Weichsel- und Waldbeere bei der Nr. 31.

Der Jahrgang 2010 eignet sich gerade als eleganter Essenbegleiter, aber auch als „Abendbegleiter“ für Sie alleine, zu zweit, zusammen mit Freunden. Denn „Regen lässt das Gras wachsen, Wein das Gespräch“: anregend und leicht passen die 10er besser als manch schwerer, überreifer Hitzejahrgang.

Alles in allem ein knappes, aber gutes Jahr.

Eisweinlese am 3. Dezember 2010

Zum ersten Male seit 2003 hat es wieder geklappt: früher Frost sorgte für gefrorene Trauben. Dieses Jahr haben wir die Trauben durch spezielle Folie geschützt, so dass sie sehr recht blieben. Ergebnis der Arbeit ab 6 Uhr: Ca. 154 °Oe (also ca. 22% potentieller Alkohol!) bei 12 g/l Säure und schon im Most einem sehr sauberem, dichtem Geschmack.

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Bei -8,5°C und um 6 Uhr ging es los.

mehr zur Eisweinlese 2010...

Unsere 2010er

2009er.
Einer der besten der Dekade

Beste Vorrausetzungen: Dank langer Vegetationszeit mit früher Blüte und dank extrem geringer Erträge – Riesling im Schnitt 55hl/ha, weniger als die Hälfte des Erlaubten!

Ein knochentrockener Spätsommer sorgte für außergewöhnlich konzentrierte und süße Trauben. Die Menge fehlte also, aber die Güte kam!

Eis, Sonne, Schiefer

Das Tüpfelchen auf dem i: Bereits Anfang Oktober - ungewöhnlich früh - kündigte sich kurz der Winter an. -2°C, dieser Frost zerreißt die Zellwände, verstärkt die Aromen. „Pektolytisch geöffnet“ sagt der Fachwinzer. Für Sie heißt das: weiche, volle Aromen mit viel Nachhall.

Alles in allem: eine äußerst seltene Kombination. Der 2009er: ein Spiegelbild eines großen Jahres, unserer Arbeit und des passenden Wetters. Wenig Regen, viel Sonne, frühe Kälte - eine Kombination der Extreme.

Unsere 2009er

2008er.
Kleine ernte, feine, leichte Weine

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Dank Hagel wenige, aber goldgelbe und reife Rieslingtrauben im Rosenberg. Bei der Lese wie beim Fussball: Das Runde (Beeren) muss in das Eckige (Bütte).

Viele sonnige Oktobertage bringen die letzte Reife in die Rieslingtrauben.

Das Weinjahr 2008 - Wenig Menge, viel Aroma! Als Winzer arbeitet man das ganze Jahr mit der Natur - und man lebt auch von ihr. Nur zehn Minuten dauerte der Hagel im Mai - er schlug leider viele, damals noch winzige Trauben ab. Über alle Weinberge gesehen ernteten wir so ca. 30% weniger als in normalen Jahren.

Wenig Trauben also, die aber umso besser von den Reben versorgt wurden! Das angeschlagene Laub wuchs nämlich schnell nach, und so konnten wir auch in den verhagelten Weinbergen reife und vor allem sehr aromatische Trauben ernten. Denn kühle Nächte, in den Schieferbergen nach wenigen Sonnstrahlen schon warme Mittage lassen die Trauben geschmacklich reifen.

Auf kleiner Flamme köcheln die besten Aromen: Jetzt schon schmeckbar: Brombeere und Kirsche beim Dornfelder, Pfirsich und Waldbeeren beim Riesling. Viele Kollegen sind schon fertig mit der Rieslinglese, als wir gerade mit der Vorlesen beginnen. So entschädigen die dank extrem später Lese auch reifen und säurearmen Trauben für den Verlust an Menge. Ein kleiner, aber feiner Weinjahrgang 2008!

Im Keller

Die ersten frühen Weissen sind bereits vergoren, ebenso sind die Roten mit Ausnahme der Cabernet und Pinot Noir schon abgepresst.

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Technik kontrolliert, und auch Mensch - der eine die Temperatur und (oben) die °Oechsle (also den Zuckergehalt), der andere den Geschmack und die Aromareife der Trauben.

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Mordennebel über der "Schwarzen Katze" in Zell

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Durch das Drehen der Presse entstehen hübsche Ornamente beim Pressen des Dornfelders.

Die Goldenen Berge

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Nein, kein Metall, kein Mineral finden wir hier in den Schieferfelsen. Auch kein klebriges Öl kommt aus unserer Erde. Unser Gold sieht anders aus. Jetzt, unter klarem azurenem Oktoberhimmel, erkennt der Wanderer und auch der Winzer bei der Lese – der anstrengenden, aber schönsten Arbeit im Jahreskreis – das Gold der Mosel.

Sehen Sie es auch? Wie mit einem Fingerschnipp lichtet sich mittags der Moselnebel. Als ein fast endloses Seidentuch hat er die Spitzen von Bergkuppen, Schieferdächer, Reben und Eichenwäldern halb bedeckt. In der klaren, kühlen Luft beginnen die Farben dann zu strahlen wie nur im Oktober. Ein besonderes Licht senkt sich nämlich im Herbst über das Tal. Das Graubraun der Schieferfelsen, das Blutrot der Rotweinberge, das Karamell der Buchenwälder und schließlich: Das Goldgelb der Rieslingblätter – unser Gold hier an der Mosel.

Das Gold des Winzers: ein kleiner, aber feiner Weinjahrgang 2008

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Dank Hagel reduziert, dafür reif und aromatisch: Riesling im Frauenberg

Aber nicht nur in den Weinbergen schwelgt der Winzer in Gold. Im Keller herrscht nun bedächtiges Schweigen, geheimnisvolle Stille und eine gewisse Spannung. Die Hefen arbeiten, nur leise gluckern sie, und langsam wird aus dem braungelben Most der Federweiße. Erst nach der Gärung machen langsam die Hefen den Blick frei: entdecken Sie das Gold aus den Weinbergen? Der klare Riesling funkelt im Glas - aus goldenen Trauben wird goldener Wein.

So reiht sich ein frischer, extraktreicher und beschwingend leichter Jahrgang 2008 an den reifen Jahrgang 2007. Wir als Weingut richten uns seit Jahren direkt an Sie, den Weingenießer. Kein Zwischenhändler, keine Kellerei, einfach gute Weine zu günstigen Preisen – direkt ab Familien-Weingut. Wir wissen, wo unsere Weine wachsen.

Mehr: Wein und Menschen; Wein-Lese 2008

Unsere 2008er

2007er.
150 (!) Tage Reife - Extremjahrgang 2007

Download: Wein-Lese-Bilderbuch

„Wein ist Zeit; denn die Zeit ist es, die den Wein macht.“

6 Monate: So lange, bis in den Mai, gären unsere besten Rieslinge
24 Monate: reifen Frühburgunder und Cabernet im neuen Holzfass
30 Monate: die ersten Trauben, die erste Ernte an neu gepflanzten Reben
ca. 30 Jahre: so alt werden die meisten Weinreben.
ca. 45 Jahre: kann ein Winzer Wein machen – nur 45 Gelegenheiten!
ca. 80 Jahre – unser ältester Weinberg, vor Generationen gepflanzt.
ca. 440 Jahre: der erste Amlinger wird hier bei uns an der Mosel erwähnt
ca. 1.900 Jahre: die ersten Reben werden durch die Römer in den heißen Südhänge der Mosel gepflanzt
ca. 7.000 Jahre: Im südpersischen Zagros-Gebirge wird der erste Wein angebaut
ca. 400.000.000 Jahre: im Devonzeitalter bildet das Ur-Meer die ersten Sedimente für unsere Schieferböden

Dieses Jahr hatte der Wein Zeit wie nie – 150 Tage vergingen beim Riesling zwischen Blüte und Lese. 150 kühle Nächte, 150 mal Mittagshitze in den steilen Schieferlagen, 150 mal Abendrot und Dämmerung (mehr anbei).

Unsere 2007er

2006er.
Wechselbad der Gefühle. Dieses Jahr macht der Einsatz des Winzers den Unterschied

Heute versteht man die Rebe und den Prozess der Reife besser als früher. So konnten wir auch bei dem wechselhaften Wetter gut auf die Reben eingehen: mit Arbeiten an der Rebe (Entblättern, Wegschneiden von Trauben, Vorlese) und Boden. Und da, wo nach zu nassem August und feucht-warmen September die Trauben trotzdem faulten, wurde bei der Lese halt rigoros aussortiert (mehr dazu anbei). Wir haben dieses Jahr freiwillig auf 20-30% der Ernte verzichtet!

Jede Traube wurde einzeln angefasst und umgedreht, grünfaule und unreife Trauben wurden weggeworfen. Dank moderner Technik, schneller Lese und vor allem dem Fleiß der Erntehelfer präsentieren sich die Roten fruchtig bei kräftigen Gerbstoffen. Auch die Weißen zaubern mit prägnanten, frischen Aromen ein Lächeln auf unser Gesicht.

Ja, die Mühe hat sich gelohnt. Viele schöne Weine wird es 2006 geben, aber so viele wie im Ausnahmejahr 2005?

Natürlich kann man sagen, Wein ist nichts anderes als Gemisch von Inhaltsstoffen. Man kann auch sagen, Wein ist doch nur das Ergebnis der Gärung vom Saft der Trauben. Genauso könnte man die Liebe als rein chemische Reaktion herabwürdigen – Liebe und auch Wein sind jedoch mehr. Für Robert L. Stevenson ist Wein „Poesie in Flaschen“ – und für uns ist Wein der Lebensinhalt, und das seit Generationen.

Bei uns bringen zwei Generationen Wissen, Erfahrung, Fleiß und auch neue Ideen ein – das merkt und schmeckt man auch im 2006er. In nur drei Wochen mussten wir alle Weinberge ernten – in normalen Jahren dauert es auch schon einmal sechs Wochen! Erfahrung, modernes Wissen und Fleiß waren gefragt: Arbeit "Rund um die Uhr" für gute Trauben und schnelle, aber trotzdem selektive Lese. Oft ließen wir bis zu einem Drittel(!) oder mehr der Trauben direkt im Weinberg, wir mussten unterscheiden zwischen guten, gesunden, reifen Trauben; dann reifen aber edelfaulen Beeren und naßfaulen Beeren – diese blieben direkt im Weinberg liegen. Denn wir kennen Ihren und unseren Qualitätsanspruch!

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Zwei Gründe für guten Wein / Der Neue Jahrgang 2006: Frische Fruchtaromen

Dank sorgfältiger Arbeit bei der Lese und dem schonenen Ausbau der Weine in unserem modernen Familienweingut präsentieren sich der 2006er fast schon überraschend gut – auch dank niedrigster Erntemengen seit 2000. Herausheben möchten wir die lebendigen, fruchtigen(grüner Apfel. Limone, Grapefruit) und dieses Jahr meist erfrischend alkoholleichten Rieslinge und den Spätburgunder, dank extrem langem Schalenkontakt mit dichter purpurner Farbe und weichem Körper. Probieren Sie auch unsere beiden Rosé – gut gekühlt an heißen Tagen und zu leichten Gerichten.

Der Neue Jahrgang: 2006 frische Frucht, lebendige "Trinkweine"

Stressig war es im Herbst - der Herbst begann früh; doch die Hektik ging dann erst richtig los. Inne5rhalb von nur 3 Wochen haben wir alle Weinberge geerntet - sonst dauert es auch schon einmal sechs Wochen! Der Regen im August uns Anfang Oktober kam leider zur unpassenden zeit: wie im Zeitraffer verwandelten sich gute, schön aussehende Trauben in edelfaule Beeren. Durch den extrem heißen Juli (heißer als im Hitzejahr 2003) und den dann viel zu nassen August waren die Beerenhäute sehr dünn und verletzlich, so dass sie bei dem nächsten regen aufplatzten.

Für uns hieß das: Arbeit "Rund um die Uhr" für gute Trauben und schnelle, aber trotzdem selektive Lese. Oft ließen wir bis zu einem Drittel der Trauben direkt im Weinberg, und alle Erntehelfer mussten unterscheiden zwischen guten, gesunden, reifen Trauben, reifen aber edelfaulen Beeren und naßfaulen Beeren - die sehen bei uns keine Presse.

Dank selektiver Lese und schonender Verarbeitung präsentieren sich die 2006er fast schon überraschend gut. Herausheben mchten wir die Rieslinge , Spätburgunder, Roseweine.

2005er.
Ein knapper Jahrgang, aber ein guter.

Goldener Oktober 2005. In welchem anderen Jahr hat er den Namen so verdient wie in diesem? Die Bezeichnung „Gold“ allein reicht während der Rieslinglese nicht mehr aus, um die schönen Eindrücke im herbstlichen Moseltal zu beschreiben.

Strahlend Weiß-Golden ist die Sonne, die sich nicht mehr allzu hoch hervorwagt hinter den sanften Bergrücken hinter St. Aldegund. Im puren Gelb-Gold leuchten die Rieslingblätter im steilen Frauenberg. Und wenn man näher hinzutritt, sieht man die reifen Trauben: mit schon bernsteinfarbenen Bäckchen schauen Sie uns an, im reifen Dunkel-Gold.

Goldener Oktober - und goldener September. Seit September reihte sich Sonnentag an Sonnentag. Wir hatten uns schon auf einen normalen Jahrgang eingestellt, doch wurde der 2005er dank Altweibersommer wieder zu einem großen Weinjahr.

Während draußen die letzten Sonnenstrahlen das Tal noch einmal in ein kraftvolles, buntes Gemälde aus goldenen Weinbergen, roten Eichen und braunen Buchen verwandeln, läuft im Keller alles etwas weniger spektakulär, doch mit der selben Ruhe wie draußen in der Natur ab. Geräuschvoll gluckernd wird der mit hunderten kleiner Federchen - den Hefen - durchsetzt Most zu Wein. Die ersten zarten Aromen des Weines bilden sich. Und wenn man den Amlinger´s beim Probieren des neuen Weines zuschaut, sieht man lächelnde, zufriedene Gesichter.

2004er.
Das Weinjahr: Gegensätze

Oktobersonne 2004

Gegensätze: Sonne und Wolken, Trockenheit und Regen, Kälte und Wärme, dies findet man im Jahr 2004 und auch im Weinjahrgang 2004. In diesem Jahr wird wieder die Qualität der Lagen deutlich. Dank des klimatisch bevorzugten Moseltals mit warmen Südwestwinden, der ausgleichenden Mosel und den steinigen, die Hitze speichernden Schieferböden können auch dieses Jahr die Trauben wieder voll ausreifen. Und kalte Nächte kitzeln dazu noch interessante Aromen in die Träubchen.

So umfassend wie anno dazumal ist man dem Wetter (Gott sei Dank!) heute nicht mehr ausgeliefert. Wir strengen uns an in unseren Weinbergen, mit intensiven Laubarbeiten und natürlicher Begrünung für einem gesunden Boden, der auch mal Wasser zu viel verkraftet. So bleiben die Trauben gesund. Und was dann bei der Lese nicht schön aussieht und faul ist, wird halt nicht mitgelesen.

Während wir hier die letzten Zeilen schreiben, reifen auch die letzten Trauben weiter und genießen jetzt noch jeden Sonnenstrahl. Es wird also wieder ein normaler Jahrgang mit Weinen für jeden. Der 2003er lieferte schwere, intensive, geradezu überbordende Weine, saftige, volle Rieslinge und dichte, kraftvolle Rotweine. Der 2004er liefert von allem etwas. Ordentliche Weine, frische, leichte Rivaner und Burgunder, fruchtige Rotweine, auch die ein oder andere Auslese.

Blick in die Weinberge  - Juli 2004

Nach dem doch noch recht sonnigem August und (nach trockenem Frühjahr) genügend Regen im Sommer stehen die Reben im Moment recht gut im Durchschnitt der letzten Jahre.

Kaum ein anderer Zweig der Landwirtschaft ist so von gutem Wetter abhängig wie der Weinbau:

"Im Winter de Gfrier (Frost),
im Frühjahr de Blia (Blüte),
im Sommer de Dia (Dürre)
und im Herbst koa G´schia (kein Geschirr)."

So heißt es treffend bei unseren Österreichischen Nachbarn. Vieles kann der Rebe und damit den Trauben schaden. Angefangen von Frösten, Hagel, Sturm, Regen, über kleine Feinde wie die Reblaus, größeren wie Wildschwein, Reh, Hase und Spatzen bis hin zu mikroskopisch kleinen wie den Pilzkrankheiten.

Glück gehabt haben wir mit der Krankheit, die im Moment viele Moselweinberge plagt. Die Schwarzfäule ist dieses Jahr das erste Mal bei uns aufgetreten. Eigentlich eine nur in Italien und Südfrankreich verbreitete Pilzinfektion, die aber dank immer wärmer werdendem Wetter jetzt den Sprung über die Alpen getan hat. Leider stehen in vielen Weinbergsbrachen (also nicht mehr bewirtschafteten Weinbergen) noch die alten Reben, und ausgehend von diesen hat sich die Krankheit - teilweise in ökologisch arbeitenden Betrieben recht schlimm - weiter verbreitet.

Wir selber sind recht gut davongekommen. Durch Zufall haben wir mit Mitteln gearbeitet, die - wie sich hinterher herausstellte und wie die Rebschutzberatung hinterher wusste - auch gegen die Schwarzfäule wirkten. Lediglich in den Weinbergen, die der Hubschrauber gespritzt hat, haben wir Ausfälle von ca. 20%.

Besonders für die ökologisch arbeitenden Betriebe ist die Krankheit sehr schlimm, da diese kein Mittel dagegen einsetzen können. Ich hoffe, das man sich bald zusammen tut und die Brachen rodet und damit auch der neuen Pilzkrankheit den Garaus macht.

Was wir uns jetzt noch wünschen ist ein goldener Herbst wie 2001 und 2003 mit wenig Regen und viel Sonne.

Unsere 2004er

2003er.
Jahrhundertsommer - Jahrhundertwein?

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In Jahrgängen wie dem 2003er möchte man wirklich mit den goldgelben oder tiefvioletten Trauben in unseren Weinbergen tauschen. Sie wachsen in traumhafter
Umgebung, rund um die Klosterruine Stuben am klaren Moselfluss, umrahmt von der überragenden Kulisse der fast senkrechten Calmont-Felswand. Oder hoch oben im Frauenberg, mit dem Blick auf ruhige, malerische Winzerdörfer und die klare, sonnenglänzende Mosel, die sich in immer neuen, verspielten Windungen in Richtung Rhein schlängelt.

Umhegt und umpflegt vom Winzer, verwöhnt von der Sonne, bewundert (und gekostet?) von Wanderer. Nur das Auspressen, obwohl doch sehr schonend, möchte man den süßen Früchten nicht abnehmen...

Hier kurz Eindrücke eines für den Winzer und die Reben außergewöhnlichen Jahres 2003.

1. Hitze, Hitze, Hitze: Nach den beiden sehr guten Jahren 2001 uns 2002 wartete man eigentlich auf einen durchschnittlichen Jahrgang. Es wurde dann ein außergewöhnlicher: Die früheste Weinblüte, die meisten Sonnenstunden, der heißeste Sommer seit Generationen.

2. Rekorde und Ratlosigkeit: Immer weiter mussten seit dem Frühjahr die
Meteorologen zurückgehen, um zu dem Extremjahr 2003 Vergleiche zu finden.
Reichte zuerst noch ein Jahr der heißen 1990er aus, so ging es stetig weiter
zurück. 1959 wurde genannt, dann 1947. So trocken ist´s wie 1921, heißer gar als
1976. Von der Reifeentwicklung ist man beim 1811er "Kometenwein" angelangt. Und
sucht man nach einer derart langen Aneinanderreihung von überwarmen, trockenen
Tagen, so gaben eher Historiker als Meteorologen das Jahr 1540 an.

Nicht nur heiß war es in diesen Jahren. All diesen Jahren, mit denen man das
Jahr 2003 vergleicht, haben noch etwas Weiteres gemeinsam: Sie stellten einige
der besten Weinjahrgänge des letzten Jahrhunderts, wenn nicht der letzten 1000
Jahre.

3. Glück: Sehr trocken war es, gerade die jungen Reben hatten zu kämpfen. Die
alten Reben - in skelettreichen (steinigen) Lagen wie dem Frauenberg mit 8 bis
12m langen Wurzeln - konnten dagegen der Trockenheit erstaunlich gut trotzen.
Wir in Neef hatten noch Glück, genau am Weinfest im August rettete ein
ergiebiges Gewitter den Herbst. So war die Ernte 30-40% geringer als im letzten
Jahr, es hätten - wie nur ein paar Moselschleifen aufwärts - auch leicht 70%
sein können

4. "Früh"lese: Noch bei der extrem frühen Lese schwitzten Winzer wie auch
Trauben, teilweise bei Temperaturen, die die Lese nur in den Morgenstunden und
abends erlaubte. Aber Hauptsache, das gute Wetter hält.

5. Klein…: Die Menge ist zwar gering, wie gesagt 30-40% weniger als im letzten
Jahr, aber dafür von umso besserer Qualität. Mostgewichte wie beim legendären
1976er, weiterhin vom Aussehen so schöne, gesunde, vollfarbige Trauben, wie sie
zumindest junge Winzer sie noch nie gesehen haben.

6. …aber oho!: Die ganze Hitze schmeckt man jetzt schon in den farbstarken,
kräftigen und mit einem guten, reifen Gerb-stoffgerüst ausgestatteten Rotweinen.
Die Weißweine sind säurearm wie selten, schon im Weinberg verdampfte die Säure.
Sehr druckvoll und mächtig, trotzdem elegant und fruchtig - so präsentieren sich
die Jungweine des 2003er.

7. Zeit: Wir geben den 2003ern die Zeit, die er braucht, um in Ruhe zu reifen.
Wohl zum ersten Mal seit der raschen Weinblüte, dem hektischen Sommer, der
frühen Reife genießt der 2003er wie der Winzer diese Ruhe. Der Neue wird ab
nächsten Mai abgefüllt. Denn einen so guten Jahrgang darf man nicht zu früh auf
die Flasche zwingen.

Der 2003er - Ausnahmejahrgang. 

Vergessen ist, wie so vieles,
der 1811er, einst der Kometenwein.
Getrunken ist, bis auf ein wenig,
der 76ziger, Schatz von Mosel und Rhein.
Drum schenket ein! Wer weiß, wie lange,
nenn ich jetzt noch den 2003er mein!
Denn, liebe Leute, ich sage es euch:
Gott macht den Jahrgang, ich nur den Wein.
Jahre vergehen, Blätter verwehen, viel Wasser fließt die Mosel hinab
Einen Schatz wie den 03er, wird es ihn wieder geben?
Ich hoffe es doch stark!

Ihr Jung-Winzer (und Jung-Dichter) von der Mosel: Christian Amlinger

Oho… Ich hoffe, unser Wein schmeckt Ihnen besser als sich unsere Dichtkunst (oder Dichtkrampf) anhört. Aber vielleicht hat es der eine oder andere herausgehört. Das schönste ist immer rar und endlich. So auch der 2003er.

Den lieben langen Tag machen unsere Reben nichts anderes, als sich nur anzustrengen, gute Trauben hervorzubringen. Und gerade 2003 schwitzten sie wie selten. Sicher haben auch Sie schon die Lobeshymnen auf den echo "2003er" gehört.

1540 – 1811 – 1921 – 1976 – 2003. Wird ein Geschichtsschreiber einmal diese Linie der Jahrhundertjahrgänge ziehen? Wir wollen Ihnen zunächst das Weinjahr beschreiben. Im Mai kündigte es sich schon an: die früheste Weinblüte seit Jahrzehnten. Der trockene Sommer: die meisten Sonnenstunden seit Beginn der Wetteraufzeichnungen und die größte Hitze seit ca. 1811 (mit der höchsten Druchschnittstemperatur seit das Thermometer erfunden wurde!). Und erst der Herbst: Schönstes Wetter ohne Regen bis in den November. Das Ergebnis: Trauben so schön wie nie - ein Jahrgang für die Ewigkeit.

Klein, 30% weniger als 2002, aber äußerst fein, so lautet also das Fazit zum 2003er. So weis der Winzer gar nicht, was im Moment sein persönliches Lieblingsplätzchen ist: der Fasskeller mit den neuen Weinen oder der Flaschenkeller mit den jetzt optimal reifen Vorgängern. Höchstens einmal im Leben wird ein Winzer wohl mit drei so guten Jahrgängen hintereinander beschenkt: 2001 – 2002 – 2003. War 2001 der mit dem schönsten Herbst und 2002 der mit dem schönsten Sommer, so gab es 2003 beides.

Wir konnten dank richtiger, angepasster Arbeit im Weinberg das volle Potential des Sonnenjahrgangs nutzen. Ein Quäntchen Glück kam mit dem Regen im August hinzu. So gab es bei uns dank Sonne pur die gehaltvollsten und kräftigsten Rotweine seit wer-weiß-wie-lange. Es gab brilliantklare, vollreife, fruchtige und saftige Weißweine. Aber ein Wehrmutstropfen bleibt: Dank Trockenheit ist nur wenig da, der 2003er nur noch jetzt lieferbar und bis auf Ausnahmen im Jahr 2005 ausverkauft.

PS: Nachtrag.
Einen Nachteil hat er, der 2003er.
Trinkt man ihn zuviel, wird man zum Reimer!
Künstler kann man sich sicher nicht nennen,
zu oft tut man sich noch in den Versen verrennen.
Vielleicht wird man aber - genau wie im Märchen
Zum neuen Goethe! (nur durch den 03er, in ein paar Jährchen ;-)

Unsere 2003er

2002er.

Der zweite Spitzenjahrgang in Folge


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Anfang Oktober 2002 an der Mosel. Im Frauenberg sonnen sich über den graubraunen Schiefersteinen die prallen, schon goldgelben Rieslingtrauben. Sie haben noch Zeit, teilweise noch mehr als einen Monat, um weiter zu reifen und die Sonne in sich aufzunehmen. Den großen, jetzt tiefvioletten Dornfelder-Trauben weiter unten an den sanft steigenden Schwemmgebieten rund um das Kloster Stuben dagegen geht es jetzt an den Kragen. Nachdem sie sorgfältig per Hand geerntet wurden, erreichen Sie in den grauen Bütten unseren neuen Keller, wo sie der Kellermeister schon gespannt erwartet. (Mehr zur Weinlese 2002)

Freuen Sie sich mit uns: der zweite Spitzenjahrgang in Folge

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Nun ist es schon November geworden, und der neue Keller hoch oben über dem Dorf ist vom verlockenden Duft des reifenden Mostes erfüllt. Während der frische Herbstwind übermütig mit den letzten goldgelben Rieslingblättern spielt und Tag für Tag mehr mit sich reißt, findet der Winzer Zeit, auf das (Wein-)Jahr 2002 zurückzublicken.

Rund um das WM-Endspiel im Juni: Nach dem guten Verlauf der Blüte sonnten sich die Reben im schönen, nicht zu warmem Wetter mit ausreichenden Niederschlägen. Starke Hitze ist bei der Weinrebe nicht gefragt, optimal für die Rebe sind die aktuellen 20-28°C. Darüber ist es ihr zu stressig, es geht zu viel Wasser verloren.

Rund um die Wahl im September: Der Wechsel von kühlen Nächten und warmen Tagen fördert die Aromabildung in den Trauben. Viele Sonnenstunden lassen dazu die Trauben schnell reifen, ähnlich wie im sehr guten Jahr 1999.

Anfang Oktober: 2(!) Wochen Reifevorsprung. Bis jetzt verspricht der neue Jahrgang Gutes, die bisher geernteten Müller-Thurgau sind vollreif, goldgelb, recht gesund und weisen hohe Öchslewerte auf (d. h. die Rebe konnte viel Zucker in den Trauben einlagern). Auch die Dornfelder überzeugen mit dichter Farbe und sehr guter Reife.

Ende Oktober: Unsere frühen und mittlere Sorten, darunter alle roten Weine, konnten wir vor dem Mitte Oktober beginnendem Regen ernten. Dieses Jahr war die etwas frühere Lese wegen des großen Reifevorsprungs die richtige Entscheidung. Aber auch die späten Rieslinge sind dank aufwendiger vorheriger Auslese in den Weinbergen sehr gut.

Fazit: Anscheinend gibt es keine schlechten Jahrgänge mehr – die frühen Sorten, die man schon im Fass probieren kann, sind mindestens auf dem Niveau des herausragenden 2001ers. Auch die Menge stimmt, und so ist der 2002er wie sein Vorgänger ein Jahrgang, der wirklich das Herz des Winzers erfreut (mehr zu dem 2001er gleich). Einen ersten Eindruck können Sie sich in wenigen Wochen mit dem ersten 2002er – dem Dornfelder – machen.

Unsere 2002er

2001er.
Ein Jahrgang, so gut wie lange nicht

Eindücke aus dem Goldenen Oktober 2001

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Rechts und Mitte der Calmont. In der Bildmitte erkennt man die Klosterruine Stuben.

Golden leuchten die Eichenwälder hoch oben über dem Tal. Dunkelgelb schimmern die späten, einsam wirkenden Riesling - Trauben zwischen den letzten, jetzt buntgefärbten Blättern. Das zarte Blau des Himmels wird nur von einigen weißen Schleierwolken aufgelockert, und bei südlich warmen Wetter im Oktober macht die Weinlese in schöner Natur richtig Spaß. Selten waren wir noch so spät bei der Lese, und selten freute sich der Winzer über solch schöne Trauben.

Spät und wenig, aber sehr gut – so lautet das Motto für den neuen Jahrgang 2001. Wer dieses Jahr den richtigen Riecher hatte, abwartete und den Trauben noch ein wenig Zeit ließ (wie wir), der wurde belohnt. Trotz des kühlen Septembers wurden die Trauben dank dem außergewöhnlich schönen Oktober mit viel Sonne überraschend gut. So konnten wir sehr spät in den besten Lagen Auslese-Qualitäten ernten. Wo sonst in der Welt haben die Trauben Zeit, um bis in den November zu reifen? Genug Zeit, um alles vom Jahr 2001 in sich aufzunehmen.

Langsam, kühl und behutsam verlief die Gärung in unserem neuen, modernen Keller. So können des Winzers kleine Helfer, die Hefen, so viel Frucht und Geschmack wie möglich aus dem süßen Saft der Trauben freilegen. Und die Ergebnisse können sich sehen lassen – dazu gleich mehr.

Der 2001er „Oktobersonne“: freuen Sie sich wie der Kellermeister. Ein Jahrgang, so gut wie lange nicht

Selten hat man einen Kellermeister so schwärmen gehört wie vom 2001er(noch nicht mal von einer Frau...;-) – aber da hat er auch allen Grund dazu. Nicht, weil die letzten Jahrgänge so schlecht gewesen wären, sondern weil der neue so außergewöhnlich gut ist. Wir scheuen uns nicht, zu behaupten, dass der 2001 mit der beste Jahrgang seit 10 Jahren ist!

Den ganzen goldenen Oktober über lachte die strahlende Sonne über pausbäckigen und quietschgesunden Trauben. Erst im November konnten wir uns entschließen, die besten Riesling-Trauben von den Stöcken zu trennen und sie zu lesen. Behutsam wurden die Trauben gepresst, und langsam gärten die Weine im kühlen Keller.

So spüren Sie dank schonendem Ausbau die Handschrift des Winzers und die Klasse der Lage in jedem Wein. In diesem Jahr werden Sie besonders mit einem intensiven filigranen Duft (Bukett) verwöhnt. Die 2001er sind kräftig und vollmundig bei geringer Säure. Ein paar Beispiele:

  • 2001 Frauenberg Riesling trocken (Nr. 6): viel Geschmack und wenig Säure nach internationalem Typ
  • Auch die 2000 haben sich gut entwickelt, so ist der Spätburgunder(Nr.31) jetzt auf seinem Höhepunkt und auch die Sommerweine wie der Schwarzriesling Weißherbst(Nr. 30.1) haben noch zugelegt. (alle Weine unter http://www.amlinger.de/shop.php )

Unsere 2001er

Alles in allem hat es Mutter Natur dieses Jahr besonders gut mit uns und auch mit Ihnen, dem Weingenießer, gemeint.

Dank der außergewöhnlich guten 2001er-Weine können wir Ihnen jetzt ein besonders Angebot machen. Dank Sonne pur im Oktober ist bei uns der neue Jahrgang wohl mit der Beste seit 10 Jahren! Lassen Sie sich den „Neuen“ (direkt vom Winzer) nicht entgehen, denn dann geraten auch Sie wie der Kellermeister ins Schwärmen:

  • 2001er Probepaket aus dem „Sonnenjahrgang“
  • 6 verschiedene Rot- und Weißweine, in trocken/halbtrocken oder mild
  • nur 24,- bzw. 25,- Euro! mehr

Neben dem Traubensaft (Nr. 35, abends nur Stunden nach der Lese frisch und ohne jede Zusätze in Flaschen gefüllt) waren die Dornfelder, trocken(Nr. 61) und halbtrocken(Nr. 60), die ersten Vertreter des guten neuen 2001ers.

Ab April können Sie auch die anderen 2001 erleben. So auch den neuen Riesling aus dem Calmont. In dem steilsten Weinberg Europas konnten wir uns endlich einen Weinberg sichern. Unter http://www.calmont-mosel.de finden Sie ein paar Impressionen aus der Kulturlandschaft rund um Neef.

2000er.
Wechselhaft und aufregend – für die Reben und den Winzer

Zum ersten Mal konnten wir den 2000er in unserem neuen Keller keltern – hoch oben über dem Dorf können wir die Trauben und auch den Wein noch schonender behandeln. Längst wurde alles in der Moseluferstrasse 17 zu eng, und so haben wir den Kompletten Keller „auf den Berg“ verlegt (Wir, Weingut und Urlaub, bleiben natürlich in der Moseluferstrasse 17). Eine der modernsten Austattungen der Mosel kann uns so dabei helfen, noch mehr aus den Trauben herauszuholen. Schon der Weg in die Presse können die Trauben ruhig erleben, nicht mehr im Erntewagen mit Maischepumpe, sondern (wie früher schon) nur mit Bütten und der Schwerkraft gelangen die Trauben in die Presse. Schonende, genau auf die Sorte abgestimmte pneumatische Pressung, Entrappung und direkte, temperaturgesteuerte Lagerung in modernsten Maischegärtanks bei den Rotweinen, langsame, gekühlte Gärung bei den Weißweinen – viel Aufwand, um den Wein nicht zuviel zu belasten. Denn je mehr Belastung, desto weniger bleibt übrig aus der Traube. Und nur, was in der Traube ist, kann auch später im Wein sein.

Neue Technik, wo nötig, Tradition, wo möglich: so versuchen wir, die Jahrtausendealte Tradition des Weinbaus hier an der Mosel weiterzubringen. Nicht die Natur austricksen – sondern dass, was sie uns gibt, besser nutzen.

Viel wurde geredet über das Jahr 2000. Wechselhaft und aufregend – für die Reben und den Winzer – war das Weinjahr 2000. Nachdem wir nach einer sehr frühe Blüte schon 2 Wochen Reifevorsprung hatten(ein außergewöhnlich guter Wert), schmolz dieser leider durch den verregneten Juli dahin, und viele Krankheiten plagten die Reben. Nicht die Weinqualität, sondern auch die Qualität des Winzers kann man dieses Jahr an dem 2000er ablesen. Alle Erfahrung ist gefragt, um das Beste aus dem wechselhaften Jahr herauszuholen. Zu einem großen Jahrgang fehlten leider noch ein paar Wochen Sonne im Herbst.

So gestaltet sich der 2000er gemischt: Rotweine und Burgunder überzeugen, Kerner und Optima liegen gut im Spätlese- und teilweise Auslese-Bereich, nur den Rieslingen fehlt es dieses Jahr an der Qualität der hervorragenden 90er Jahre, z.B. eines 1997ers. Nur in wirklich guten Lagen wie dem Frauenberg gab es auch entsprechende Qualitäten. Aber keine Angst, noch warten genug Weine des guten 1999ers darauf, von Ihnen genossen zu werden. Einen ersten Eindruck vom 2000 liefert der neue Traubensaft und ab Anfang Dezember der Spätburgunder.

Neue Weine

Dieses Jahr möchten wir Ihnen ein paar neue Rote präsentieren – den Dornfelder Qualitätsrotwein, trocken und halbtrocken (Nr. 61 und 60, je 7,90 DM). Eine noch recht Junge Rebsorte (erst in den 1960er Jahren in Weinsberg gezüchtet), doch konnte der Dornfelder in den letzen Jahren sowohl Weintrinker als auch Winzer überzeugen. Eigenständige, runde Weine, fruchtig und mit intensiver Farbe. Unsere neuen Weinberge, z.B. nahe dem ehemaligen Kloster Stuben, können so erstmals zeigen, was in ihnen steckt. Geben auch sie den zwei neuen eine Chance – ab November sind die beiden 2000er abgefüllt.

1999er.
Der Beste der Dekade

Nicht nur wegen der schönen Jahreszahl und, weil er der letzte des Jahrtausends ist, sollte der 1999er auch in Ihrem Weinkeller nicht fehlen. Gerade Rieslinge und Burgunder wissen zu überzeugen: Dank langem, nicht zu trockenem Sommer präsentieren sie sich kräftig und vollmundig, bei geringer Säure. Die Weine sind unkompliziert und lassen sich schon jetzt gut trinken, sie verraten schon einiges von dem Potential, was noch in ihnen steckt. So ist der 1999er ein würdiger Abschluss des alten Jahrhunderts und der herausragenden 90er Jahre in diesem Jahrhundert. Selten seit 1850 stimmten so beständig das Wetter und damit die Qualität der Trauben (und damit natürlich: die des Weins) wie in dem letzen Jahrzehnt des alten Jahrtausends.

1998er

Kennzeichnend für den Super-Sommer: am 11. August wurde der absolute deutsche Hitzerekord im Brauneberger Juffer, einem Schieferweinberg an der Mosel ähnlich unserem Frauenberg, gebrochen: 41,2 °C wurden gemessen, die höchste Temperatur in Deutschland seit Beginn der Messungen! Dies zeigt einmal wieder die klimatisch herausragende Stellung unserer Moselhänge, ideal für wärmeliebende Pflanzen wie auch den Wein. Uns war es leider zu heiß, um in unseren Weinbergen die Temperatur zu messen... (bei uns in Moselnähe etwa 38,5 °C ).

Ein weiteres Merkmal für die Qualität des 98ers ist die Tatsache, das jetzt (Anfang 2000) schon fast alles verkauft ist.

Petrus meinte es gleich zweimal gut mit uns: Endlich konnte wir auch wieder eine Eiswein im Frauenberg ernten. Bei -9°C waren wir fast genauso gefroren wie die Beeren, aber der Eiswein (jetzt im Verkauf: Nr.29.2) entschädigt für alle Mühen.

Blick auf den morgens um 6 Uhr noch schlafenden Ort und die vielen fleißigen Helfer.

Die gefrorenen Trauben. Das Blaue Netz schützt vor den hungrigen Vögeln und davor, das die Trauben abfallen und auf dem Boden liegen.

Das Ergebnis - Unser Eiswein, die Nr.29.2.

1996er

Erstmals konnten wir Schwarzriesling und Chardonnay ernten.

1987er

Erstmals seit 110 Jahren wieder Rotwein an der Mosel, und wir sind als einer der Ersten mit dem Spätburgunder mit dabei. Seit dem ist die Verbindung Amlinger, Mosel und Rotwein eine Erfolgsgeschichte.

Die Nr. 31 - Unser Spätburgunder, heute sogar noch besser als 1987.

1976er

Glücklich der, der noch ein paar Flaschen des Jahrhundertjahrgangs 1976 im Keller ruhen hat. Das, was wir noch haben, ist jedenfalls nur für den Familiengebrauch! Dank extremen Sommer gab es nur eine kleine Ernte, aber was für eine! Kenner erkennen den schon legendären 76er allein an der Farbe und daran, wie der Wein am Glas zu kleben scheint.

Die legendären Jahrgänge des letzten Jahrtausends: der 1976er, 1947er, 1921er, 1811er und 1540er

Immer weiter müssen die Meterologen zurückgehen, um zu dem Extremjahr 2003 Parallelen zu finden. Reichte zuerst noch ein Jahr der heißen 1990er aus, so ging es stetig weiter zurück. 1959 wurde genannt, dann 1947. So trocken ist´s wie 1921, heisser gar als 1976. Von der Reifeentwicklung muss man gar bis 1811 zurückgehen. Sucht man mittlerweile nach einer derart langen Aneinanderreihung von derart heißen, trockenen Tagen, so geben eher Historiker als Meteorologen das Jahr 1540 an.

Nicht nur heiß war es in diesen Jahren. All diesen Jahren, mit denen man das Jahr 2003 vergleicht, haben noch etwas weiteres gemeinsam: Sie stellten die einige besten Weinjahrgänge der letzten 1000 Jahre.

Natürlich ist es zu früh, die Qualität des 2003ers einzuschätzen - es fehlt Wasser und bis zur Lese, gerade der späten Sorten, kann noch viel passieren. Aber als kleiner Vorgeschmack schon einmal etwas zu den ebenfalls extremen und herausragenden Jahrgängen:

1976er: Glücklich der, der noch ein paar Flaschen des Jahrhundertjahrgangs 1976 im Keller ruhen hat. Dank extremen Sommer gab es nur eine kleine Ernte, aber was für eine! Kenner erkennen den schon legendären 76er allein an der Farbe und daran, wie der Wein am Glas zu kleben scheint. Der Rhein und die Mosel waren fast ausgetrocknet, die Hitze extrem - wenn man im Sommer 03 hier in den Weinbergen war, kann man nachfühlen, wie die Menschen und Reben damals geschwitzt haben. (siehe unsere Weinraritäten:  http://www.amlinger.de/raritaeten.html)

1947er: Der Sommer 1947 steht als ungewöhnlich heiß und trocken in den Berichten  der deutschen Wetterstationen verzeichnet, und in der Weinwelt war man sich schon recht früh darüber einig, dass es einen guten Wein wie selten geben werde. Schon am 1. August konnte man reife Trauben der frühen Sorten essen, und Mitte Oktober - wenn sonst die Traubenlese erst richtig begann - war der Herbst im ganzen Land so gut wie beendet. Die Hitze und die Trockenheit waren im Sommer 1947 so groß, dass viele Früchte Verbrennungsschäden zeigten und sogar die Rebe, die Wärme und Trockenheit liebt, an heißen Hängen ein Eintrocknen der Blätter und ein Kleinbleiben der Beeren erkennen ließ. Unter dem Einfluss der überaus günstigen Witterung trat die Reife der Trauben etwa drei Wochen früher ein als im Jahre 1946. Am 15. September begann die Lese, die Ende September ihren Höhepunkt erreichte und Mitte Oktober bereits beendet war. Ungewöhnlich war, das viele mittlere Weinberge bessere Weine hervorbrachten als die zu trockenen guten Weinberge.

1921er: In diesem Sommer konnte das letzte Mal die Mosel zu Fuß überquert werden. Dank langanhaltender Hitze gab es an der
Mosel noch Trockenbeerenauslesen mit 13 oder 14 % Vol Alkohol, die heute fast trocken oder halbtrocken schmecken. Wohl der beste Jahrgang der ersten Jahrhunderthälfte

Einschub: 1890-1900, 1910: Ausnahmejahre

Neefer Auslese 1897

Einen interessanten Eindruck zu den Neefer Weinen - der Beschreibung nach auf jeden Fall des exzellenten Frauenbergs - fanden wir in einem Wein- und Reiseführer von 1897. Die Moselbahn war noch recht neu, es entwickelte sich ein Wohlstand in der "guten alten Zeit" und die Mosel war nun auch von Berlin aus zu erreichen.

Die Zeit fiel zusammen mit einer Blüte des Moselweinbaus. Weltweit waren die kräftigen, aber nicht berauschenden; die intensiven, aber trotzdem eleganten Rieslinge die gefragtesten und teuersten Weine. Von den nur ca. 20 als beste und für erwähnenswert gehaltenen Weinen ist eine die Neefer Auslese.

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-- Griebens Reisebücher Band 28, "Die Mosel von Koblenz bis Trier", Preis 1 Mk 20 Pf, 1897

»Die besten Terrassen-Südlagen reifen in dem Schiefer, wenn heiße
Weinjahre mit rechtzeitigem Gewitterregen einfallen, ein herrliches
Moselblümchen!

Der blumige, rasche wenn auch nicht breitspurige Zungenausschlag der
Neefer Auslese sicher ihr allein schon wegen dieses seltenen, höchstlich
delektierenden Charakters einen geachteten Platz unter den Moselweinen.
Dazu hat der Wein die schätzenswerte Eigenschaft, dass er nicht einen aus
dem Boden erborgten dicklichen Ton zeigt, wie so manche Untermoselweine,
sonden den Gaumen etwas dünn, aber mit einem wohlgefälligen Nachduft
durchrieselt. Wir dürfen hier nicht weiterschreiten, ohne den gar zu
köstllichen Valwiger Bergwein zu beschreiben (...)«

Zum Moselwein insgesamt heißt in einer fast schon hymnischen Beschreibung, die vor allem den empfundenen Einfluss auf Nerven und Befindlichkeiten darstellt:

»4. Die Mosel-Weine

Im Riesling gar zu lieb der Moselwein,
Der Geistesfreude gern ihr Stelldichein,
Aus Sonn´ und Himmelsthan,
Gott schütz´den Wingertsbau!         H. Bresgen

Der Moselwein ist mit Recht der beliebteste Gesellschaftswein, nicht blos im Land selbst, sondern auch vielfach ausser Landes mit fortwährend schnell steigenden Konsum geworden. Diese ausserordentliche Beliebtheit verdank der Moselwein seinem Mangel an plumpem Alkohol, der mit bleiernem Drucke nach kräftigem Genusse die Nerven deprimiert, anstatt sie zu beleben und zu erfrischen. Die charakteristische Eigenheit aller Moselweine besteht in dem Unterschiede von anderen Weinen gerade in der von der Natur ihnen verliehenen unschätzbaren Gabe, die Nerven der Menschen durch den leichten, eleganten, würzigen Ton angenehm zu kitzeln, durch die feine, duftige Blume in Verbindung mit der stets von neuem beim Schlürfen des Nektars erfrischenden edlen Pflanzensäure zum Frohsinn und zur heiteren Geselligkeit unwillkürlich zu ermuntern und zu edeln Entschlüssen zu begeistern, ohne dass selbst nach reichlichem Genusse reinen Moselweins auch nur die leiseste Spur einer bösen Nachwirkung zu vermerken wäre, vielmehr das erhabene Gefühl eines Geist und Körper vollkommen und glücklich befriedigenden Zustandes mit einem gewissen wonnigen Wohlbehagen sich einzustellen pflegt. Die Geschmacks- und Geruchs-Nerven empfinden diesen echten Naturgenuss bei einem andächtigen Weinkenner als wahres Labsal. Ausser den mannigfaltigen, zum Teil undefinierbaren Annehmlichkeiten des hervorragend süffigen Moselweins ist derselbe mit hygienischen Eigenschaften gesegnet, die ihm der Menschheit als ein göttliches Gnadengeschenk doppelt wertvoll erscheinen lassen. Medizinisch erzeugt der Moselwein eine peristaltische Darmbewegung, öffnet alle Gänge und lässt weder Gries noch Steine im Körper sich ablagern, bewährt sich als treuester Gehülfe zur Bekämpfung der Zuckerkrankheit. Mit vollem Recht konnte deshalb der berühmte Sebastian Frank in seiner medizinischen Polizei einen solchen Wein schon als lustig und heilkräftig rühmen; Vinum Mosellanum, omni tempore sanum, exhilarat, nutrit quoque ac frimat viscera.«

1811er

Der Kometenwein (der Halleysche Komet besuchte die Erde), über den Goethe so schwärmte, wurde damals mit Gold aufgewogen:

Setze mir nicht, du Grobian, den Krug so derb vor die Nase
Wer mir den Wein bringt, sehe mich freundlich an,
Sonst trübt sich der Eilfer im Glase!

J.W. von Goethe

Das Kometenjahr 1811 sorgte für unvergleichliche Bedingungen. Nach Eisigem Winter setzte früh ein milder Frühling ein. Nach einem angenehmen März folgte ein warmer April und ein heißer Mai - die Reben blühten extrem früh Ende des Wonnemonats.. Im Juni, Juli und August herrschte eine solche Hitze, dass viele Trauben einen Sonnenbrand bekamen, und einige Gewitter richteten Schäden in den Weinbergen an. Der Erntesegen war jedoch so groß, dass diese Einbußen leicht verschmerzt werden konnten.

Auch in den Lesemonaten September und Oktober war die Hitze noch so groß, dass, wie die Chronik berichtet - »die Leser Schuhe, Strümpfe und andere Kleidungsstücke ablegten.« Ein schwerer süßer Wein mit allen Finessen reifte in den Kellern und prägte das Weinjahr 1811 zu einem Jahrhundertjahrgang.

1540er

Über Jahrhunderte hinweg als der Traumwein schlechthin bekannt. Dank des extremen Wetters waren der Überlieferung nach 2 Ernten möglich! Die erste Lese begann aufgrund der frühen und großen Hitze drei Wochen früher als normal, und zwar am 24. August. Die vielen vertrockneten Trauben ließ man hängen - ein Glück, wie sich später zeigte.

Doch zunächst griff die Trockenheit um sich, so stark, dass die Bäume die Blätter wie im Winter verloren und aussahen wie zu Weihnachten. Der Rhein war ausgetrocknet und konnte zu Fuß durchquert werden. Böhmerwald, Thüringer Wald, Schwarzwald und andere Wälder standen in Flammen, es gab Orte, da war das Wasser teurer als der Wein! 

In höchster Not wurden Bittprozession um Regen angesetzt, und endlich gab es im Oktober (durch göttlichen Beistand?) Regen. Viele Bäume ergrünten erneut und blühten sogar, die vertrockneten Trauben quollen auf und man konnte zum zweiten Mal ernten! Dieser Zweite Wein war der Überlieferung nach sogar noch besser als der erste. Aus diesem Jahrgang stammt auch der älteste Wein überhaupt, der noch mit Genuss zu trinken war (Würzburger Steinwein, 1961 in London - nach über 400 Jahren !). Noch drei Flaschen existieren auf der Welt vom sagenumwobenen 1540er, sie werden in Würzburg wie ein Schatz gehütet.

Mehr dazu und zu dem heißen Sommer 2003 finden Sie z.B. unter Newsletter Sepemtember 2003

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